Nur wer ein WM-Spiel im Stadion gesehen hat, so berichten es diejenigen, denen dieses Glück schon zuteil wurde, hat die WM und ihre fantastische Stimmung wirklich erlebt - trotz Fanmeilen und öffentlichen Leinwänden auf tausenden Plätzen in den großen deutschen Städten.
Für die meisten Fans wird es ein Wunschtraum bleiben, denn die Spiele sind bekanntlich seit Monaten ausverkauft. Dennoch: Wer unbedingt will, kann noch im Stadion dabei sein, selbst beim Finale - vorausgesetzt, er verfügt über die notwendigen finanziellen Ressourcen.
Alle Kategorien vorhanden
So bietet das norwegische Unternehmen Euroteam im Internet unter der Adresse
www.2006.com für die restlichen Spiele - also Halbfinale, Finale und Spiel um Platz drei - WM-Tickets in allen Kategorien an. Die Preise sind allerdings mehr als stolz. Ein Ticket der günstigsten Kategorie für das Viertelfinale zwischen Brasilien und Frankreich am vergangenen Wochenende etwa kostete 840 Euro. Die kommende Runde wird deutlich teurer. Halbfinale-Tickets kosten bei Euroteam zwischen 980 Euro und 1 650 Euro. Karten für das Finale in Berlin am 9. Juli sind nicht unter 3 400 Euro pro Stück zu haben. Für eine Finalkarte der besten Kategorie muss der Fußballbegeisterte sogar 4 900 Euro zahlen.
Laut Euroteam handelt es sich bei den Tickets um Karten von Sponsoren, die diese nicht mehr benötigten und deshalb weiterveräußert hätten. Doch trotz der horrenden Preise können die Erwerber nicht einmal sicher sein, auch wirklich ins Stadion zu gelangen. "Der Weiterverkauf der Tickets ist nicht gestattet", so ein Sprecher des WM-Organisationskomitees auf Anfrage der Berliner Zeitung. "Die Tickets sind alle personalisiert, wer bei einer Kontrolle auffällt, kommt nicht ins Stadion."
Zwar stehe bei den Sponsorentickets nur der Name des Sponsors auf der Eintrittskarte, doch erfassen die Computer-Systeme an den Stadieneingängen den Name derjenigen Person, auf die das Ticket ursprünglich ausgestellt worden sei und die daher im System registriert ist. Ähnlich verhalte es sich im Übrigen mit Tickets, die über das Internet-Auktionshaus Ebay ersteigert werden - auch dort kommen täglich noch hunderte Eintrittskarten unter den virtuellen Hammer.
Die Gunst der Nische
Auch wenn sich in der Praxis gezeigt hat, dass das Risiko für den Ticketinhaber, am Stadioneinlass auf seine Identität hin überprüft zu werden, angesichts des gewaltigen Andrangs der vielen Besucher relativ gering ist. Die Aussicht, mehrere tausend Euro für eine möglicherweise nutzlose Karte zu bezahlen, dürfte viele am Ende wohl doch abhalten, sich bei Euroteam oder Ebay ihren Traum vom Live-Erlebnis bei der Fußball-WM in Deutschland zu erfüllen.